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Körper, Mode und Textil

Forschungsschwerpunkt


Wenn sich Gesellschaften entlang selbst erzeugter Ordnungen gleichsam „von
innen heraus“ formieren und sich Gruppen unterscheiden in ihrer Strategie,
Situationen freier Wahl zu bewältigen – dann stellt diese Entwicklung die Gültigkeit
der klassischen, an Ressourcenmaximierung orientierten Statussymbole in Frage.
Zugehörigkeit und Abgrenzung funktionieren nicht mehr entlang hierarchisch
geschichteter Bankkonten oder Bildungsabschlüsse, sondern sind Ergebnis eines
alltags-ästhetischen „Managements des Wohlgefallens“.
Verstärkt nimmt der Körper
die Rolle eines Status-Symbols im eigentlichen Sinne ein: Versehen mit der „persönlichen
Signatur des Lebens“ erzählt er die kumulierte Geschichte der bislang getätigten Wahlakte
eines Individuums. Er „spricht“ und wird interpretiert, zieht an und stößt ab, lenkt seinen
Akteur mit Lust, Abscheu oder Ignoranz, zeichnet sich aus durch virtuose Kompetenzen
und Verweigerung.

Ein wesentliches Requisit zur Stilisierung und Inszenierung dieses Körpers ist die Mode
– seit jeher ein seismographisches Abbild nicht nur ästhetischer, sondern auch politischer,
wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Zeitthemen. Für das Individuum im Spannungsfeld
zwischen Abgrenzung durch Einzigartigkeit und Anbindung an das Kollektiv ist die Mode
ein zentrales Medium der Identitätskonstruktion. Die Bedeutung der textilen „Hüllen des Ich“
reicht damit weit jenseits der Oberfläche bis unter die Haut. Neben dem Primat des Auges
werden Créationen aus Textil und Leder, Metall, Lack oder Kunststoff mit allen Sinnen
gespürt – der Körper wird vom Objekt zum Subjekt.

Feels like Fabric – Soziologie der textilen Haptik
KTI-gefördertes Forschungsprojekt

Touch Me, Feel Me. Haptik als (un-)begreifbares Phänomen
Vorlesungsreihe im öffentlichen Programm der Universität St.Gallen, Schweiz.
Herbstsemester 2012

Auf Tuchfühlung: Die textile Haptik als vierte Dimension
Vortrag Generalversammlung Textilverband Schweiz (TVS), 24.06.2010

Lock-Stoffe. St. Gallen als Textil- und Jugendstil-Stadt.
Buchpublikation

St. Gallen? Spitze! Eine „feinstoffliche“ Branche von Tradition und Innovation
(Frühjahrssemester 2010; öffentliche Ringvorlesung)

Catwalk – Mode als Ausdruck von Gesellschaft und Individuum
Vorlesungsreihe im öffentlichen Programm der Universität St. Gallen, Schweiz.
Herbstsemester 2010

Secrets – Dessous ziehen an
Textilmuseum St. Gallen, Schweiz:
Ausstellungsprojekt: Buchbeitrag „Widerhall der Weiblichkeit" und Ansprache
anläßlich der Vernissage am 07. Mai 2008.

„Körperkult? – Kultkörper! Die Inszenierung eines leibhaftigen Status-Symbols (2008).
eBook zur gleichnamigen Vorlesungsreihe im öffentlichen Programm der Universität
St. Gallen, Schweiz.